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PRESSEMITTEILUNGEN
Der Euro macht den Süden »teuro«
Ganz Deutschland befindet sich dieser Tage im Last-Minute-Reisefieber. Urlaubsreisen ans Mittelmeer werden bis zu 60 Prozent unter Preis angeboten. Was viele Urlauber nicht einkalkulieren: Die Ausgaben vor Ort übertreffen den Preis der Last-Minute-Reise oftmals um ein Vielfaches. Wer ein finanzielles Abenteuer abwenden möchte, sollte in jedem Fall der Wahl des Reiseziels Priorität einräumen. Das Urlaubsmagazin REISE & PREISE hat die beliebtesten Mittelmeerländer unter die Lupe genommen und die Nebenkosten von sechs beliebten Urlaubsländern verglichen. Dabei bestätigte sich, dass die Preise bei der Euroumstellung vor 2 Jahren vor allem in der Gastronomie großzügig aufgerundet wurden, was Preiserhöhungen von bis 30 Prozent mit sich brachte.

Cote d' Azur: Die Sonnenliege ist teurer als der Flug

Die Urlauber an Frankreichs Cote d'Azur können einem schon fast leid tun. Der Gang zum Geldautomaten gehört hier zum Tagesablauf. Verwundern tut das nicht weiter: Für jedes Bier wechseln 4 bis 5 Euro den Besitzer, eine Kugel Eis wandert selten unter 3 Euro in die Tüte, nach dem Abendessen wird einem i.d.R. eine Rechnung von 50 Euro pro Person präsentiert. Wer es sich am Kieselstrand von Nizza auf einer Sonnenliege bequem machen möchte, wird mit 25 Euro zur Kasse gebeten. Paradox: Billigflüge nach Nizza werden bereits ab 19 Euro pro Strecke angeboten.

Auch in Italien ist man mittlerweile auf den Euro gekommen. Aufgepasst: Die milden abendlichen Temperaturen und das tolle Ambiente führen leicht zu ausgedehnten Restaurantbesuchen: Erst wird ein Aperitif bestellt, dann kommen die Antipasti, schließlich macht man sich über den Hauptgang her. Und später lässt man sich noch zu Dessert, Capuccino und Grappa überreden. Zwischendurch wird immer wieder Wein nachbestellt. Das macht den Italien-Urlaub teuer: Für einen netten Abend zu zweit ist man auf angenehme Art und Weise schnell 100 Euro los. Lichtblick: Sitzt das Geld weniger locker, lassen sich die Ausgaben mit Pizza und Pasta begrenzen (ab 4 Euro). Auch der Wein kostet nur halb so viel wie beim französischen Nachbarn (1/2 Liter offener Wein 3 bis 5 Euro).

Mittelmeerurlaub: Nebenausgaben nicht unterschätzen

Insgesamt erweist sich der Aufenthalt in Spaniens Bodegas als Portemonnaie-schonender als in Frankreich und Italien. Für 3 bis 4 Euro werden vielerorts leckere Tapas gereicht. Wer dort einkehrt, wo die Spanier einkehren, wird für 6 bis 10 Euro zumeist nicht enttäuscht. Am Wein muss auch in Spanien nicht gespart werden, ein halber Liter Hauswein kostet dort selten mehr als 4 Euro. Fischgerichte gehen mit 12 bis 20 Euro mehr ins Geld. Wie im Übrigen in den anderen Ländern auch: Günstige Meeresfrüchte sind im überfischten Mittelmeerraum die Seltenheit. Lobenswerte Ausnahme: Frittierte Calamares landen in Griechenland weiterhin für 4 bis 5 Euro auf dem Teller, etwas teurer sind Muscheln der Saison. Trotz »Teuro« gehört Griechenland auch in anderen Belangen zu den Urlaubsländern mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Abseits der Touristenhochburgen zaubert nahezu jede Taverne für 4 bis 6 Euro einen Teller voll Fleisch samt üblicher Beilagen auf den Tisch. Ein kleines Bier kommt auf 1,50 bis 1,80 Euro, auch Weintrinker müssen sich nicht zurückhalten (1/2 Liter Retsina 2 bis 2,50 Euro).

Noch eine Spur günstiger ist der Urlaub in Portugal. Wer die Nepp-Restaurants in der ersten Reihe meidet, zahlt nicht mehr als 6 bis 8 Euro für ein reichliches Abendessen, zum gleichen Preis gibt es eine Flasche Wein dazu. Und das »kleine Gezapfte« läuft nirgendwo in Europa günstiger aus dem Hahn (0,80 bis 1 Euro).

Ein weiterer Tipp für Budget-Urlauber ist Kroatien: Für einen vollen Magen sorgt beispielsweise ein leckeres Cevapcici mit Pommes Frites und Salat zu 5 Euro. Dazu empfiehlt sich der zünftige halbe Liter Bier für 2 Euro. Wer 10 Euro pro Restaurant-Besuch einkalkuliert hat, kann sich sogar noch eine Vorspeise leisten.

Griechenland: Nett gebettet für wenig Geld

Individualreisende mit begrenztem Geldbeutel sind zumeist auf eine günstige Bleibe angewiesen: Da scheiden Italien und Frankreich von vornherein aus, nicht viel besser ergeht es Zimmersuchenden an Spaniens Küsten. Anders in Griechenland: In einer einfachen, aber direkt am Meer gelegenen Pension wird man bereits für 20 bis 30 Euro für ein zweckmäßig eingerichtetes Doppelzimmer mit Bad und Balkon fündig. Kein Wunder, dass die griechische Inselwelt für Rucksackreisende immer noch erste Wahl ist. Doch auch Portugal und Kroatien warten mit günstigen Quartieren auf, wenngleich es zumeist etwas an Ambiente fehlt. Die portugiesischen Pensões halten Doppelzimmer ab 20 Euro bereit, in Kroatien gibt es fürs gleiche Geld ein akzeptables Privatzimmer.

Mietwagen: Manchmal günstiger vor Ort

Flugreisende, die im Urlaub mobil sein möchten, sind auf einen Mietwagen angewiesen. Die Redaktion REISE & PREISE ist auch der vielgestellten Frage nachgegangen, ob der Mietwagen besser schon zu Hause oder erst vor Ort gebucht werden sollte. In Frankreich ist das keine Frage: Der Mietwagen kostet dort meist das Doppelte wie in Deutschland (ab 30 Euro/Tag), an der Cote d' Azur verlangen viele internationale Anbieter für einen Kleinwagen sogar 90 Euro am Tag. In Spanien und Portugal macht es keinen Unterschied (ab 25 Euro/Tag). In Griechenland kommen Sparfüchse indes vor Ort meist besser weg. Die örtlichen Vermieter unterbieten sich z. T. gegenseitig (20 bis 25 Euro/Tag) - im Voraus gebucht müssen je nach Region 30 bis 40 Euro pro Tag gerechnet werden. In Kroatien sind Mietwagen noch nicht so verbreitet, entsprechend hoch sind die Preise. Hier gilt: Zu Hause buchen und statt 50 Euro 35 Euro pro Tag bezahlen.

Wenn es um den Espresso geht, sind die Südeuropäer sich einig. Das »Volksgetränk des Südens« kostet in Portugal und Griechenland auch nicht weniger als in Südfrankreich und Italien, obwohl man dort etwas länger nach einem günstigen Café suchen muss. Ganz nebenbei ist der geliebte Café Mocca eines der wenigen Genussmittel, die bei der Euroumstellung von Preiserhöhungen verschont blieben. Die neue Ausgabe von REISE & PREISE ist jetzt im Zeitschriftenhandel erhältlich.


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