Am Playa Bajo del Dormidero nahe Corralejo (Foto: flickr.com GanMed64)
FUERTEVENTURA-Reisen Vom Winde verwehte Kanareninsel
Reisen nach Fuerteventura zeigen das Aushängeschild der Kanaren-Insel: Breite, feinsandige Strände wie an der Costa Calma im Süden.Nur vier Flugstunden entfernt, lockt die zweitgrößte Insel der Kanaren mit kilometerlangen, sanft ins Meer abfallenden Sandstränden und sommerlichen Temperaturen rund ums Jahr. REISE & PREISE hat sich das Badeparadies einmal genauer an geschaut und sagt Ihnen, wo es am schönsten ist. Ein Reisebericht über Fuerteventura.Rund 100 Kilometer Luftlinie von Marokko entfernt herrscht Wüstenklima. Da ist es schon ein Glück, dass der Nordostpassat stets für eine erfrischende Brise sorgt. Geradezu berauscht sausen die Surfer und Kiter draußen im Atlantik übers Wasser dahin. Tanzen dabei elegant auf den Wellen, bevor sie sich in halsbrecherischer Manier durch die Luft wirbeln lassen. Nicht umsonst feiert die internationale Surfszene diese Insel als das Hawaii Europas. Vor allem am angesagten Playa de Sotavento sieht man die bunten Segel leuchten. Malerische Farbtupfer in einer ohnehin schon bestechend schönen Küstenlandschaft mit kilometerlangen, weißgoldenen Sandstränden und schwarzem Lavafels. Ungestüm brechen sich die Wellen an den Klippen der Westküste, die zu herrlichen Wanderungen einlädt. Ungetrübten Badespaß versprechen dagegen die zumeist sanft abfallenden Strände an der Nord- und Ostküste. Diese Mischung garantiert besten Erholungsurlaub, und den bieten Reisen nach Fuerteventura auch noch zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
So bekommt man eine Woche Halbpension in einem 4-Sterne-Hotel schon für knapp 400 Euro - inklusive Flug. »Da kann man doch getrost auf Sightseeing verzichten«, sagen sich viele Urlauber ohne Wehmut, wenn die Insel beim Landeanflug wie eine lang gestreckte Sand- und Geröllwüste im Meer erscheint. Viel Sonne und kaum Regen. Was für Touristen verheißungsvoll klingt, bedeutete für Generationen von Majoreros kaum eine Chance zum Überleben. Ziegenhaltung und Fischfang - viel mehr gab das Land am Ende nicht her. Der Wohlstand begann in den 70er-Jahren mit der ersten Meerwasserentsalzungsanlage. Praktisch über Nacht schoss dann die erste touristische Kunstwelt aus dem Boden, die Urlauberhochburg Jandía im Inselsüden, fest in deutscher Hand. Jahre später entwickelte sich das knapp hundert Kilometer entfernte, im windigen Norden gelegene Fischerdörfchen Corralejo zum zweiten großen Ferienzentrum. Dritter Touristenort ist die vor allem bei Briten beliebte, flach abfallende Badebucht Caleta de Fustes, die optisch aber den Stränden im Norden und Süden nicht das Wasser reichen kann.
Restauranttipps: Wo Insider auf Fuerteventura essen
CORRALEJO
Echte Suchtgefahr besteht bei den Tapas, die die Schweizerin Sylvia und ihr spanischer Mann Carlos im »Los Caracoles« kreieren. Für 25 kann man genießen, so viel man will (c/ Machin Santana, Corralejo, Tel. 0034-617751198).
VILLAVERDE
Bodenständige Küche und herzliche Gastfreundschaft zeichnen das »Casa Marcos« aus (Carretera General 94, Tel. 0034-928868285). Tipp der Einheimischen: Cabrito gritto (Zicklein).
VEGA DE RÍO PALMAS
Romantische Lage, wunderschönes Ambiente und exquisite Küche - das brachte »Don Antonio« eine Erwähnung in der Feinschmecker-Bibel Michelin Vega de Rio Palmas, Tel. 0034-928878757). Lecker: Fruchtsalat mit Entenbrust und Tandoori-Soße.
AMPUYENTA
Eric und Alexandre, die belgischen Besitzer des »Fabiola«, bitten in ihrem pompös ausgestatteten Landhaus zu Tisch. Exquisite Küche, ständig wechselnde Karte - z. B.: warmer Ziegenkäse mit Curry, Kaninchen à la Vanille (c/ Real, 1, La Ampuyenta, Tel. 0034-928174605).
MORRO JABLE
Einfach nur lecker sind die Fischgerichte im rustikalen Lokal »Gregorio«. Bei den Einheimischen besonders beliebt ist der »Vieja«, eine Papageienfischart (Calle La Iglesia, 11, Tel. 0034-928866227).
Auf Fuerteventura kommen Surfcracks und Anfänger auf ihre Kosten (Foto: flickr.com Lollie-Pop)
Für erfahrene Surfer und Kiter
Top-Spot der Insel ist Playa Barca - Teil von Playa Sotavento - an der Südostküste, wo regelmäßig der berühmte Surf World Cup ausgetragen wird. Tolle Reefbreaks laufen an der Nordküste zwischen El Cortillo und Corralejo.
Für Familien mit Kleinkindern
Wegen des flach abfallenden, geschützten Strandes sind Costa Calma, Playa de Sotavento und Caleta de Fustes besonders geeignet.
Für Nachtschwärmer
Das bunteste Angebot findet man in Corralejo. Zahlreiche Bars, Discos und Pubs liegen im Centro Comercial Atlántico, direkt an der Hauptstraße, die seit Jahren angesagte Disco »Waikiki« beim Playa Galera.
Für Golfer
Die beiden Top-Golfplätze Fuerteventuras liegen an der zentralen Ostküse bei Caleta des Fustes, einer davon gehört zum 5-Sterne-Hotel »Elba Palace Golf Fuerteventura«.
Der Norden: Corralejo - Schöne Strände, netter Hafen
Corralejo war im 17. Jahrhundert ein berühmter Piraten- und Schmugglerhafen (Foto: flickr.com Andy Mitchell UK)
El Jable, dieser Name steht für eine der schönsten Dünenlandschaften, die man bei Reisen auf die Kanaren entdecken kann. Das 24 Quadratkilometer umfassende Naturschutzgebiet liegt an der Nordostküste südlich von Corralejo. Hier kann man stundenlang in nahezu vollkommener Abgeschiedenheit umherstreifen oder sich an einem der von Wanderdünen durchzogenen breiten Strände sein ganz privates Badeplätzchen suchen. Gen Norden wird es allerdings voller, denn dort stehen die wuchtigen Hotelklötze»Tres Islas« und »Olivia Beach«. Bausünden aus den 70er-Jahren, als noch kein Mensch daran dachte, die einzigartige Natur zu schützen. Mittlerweile ist es aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Gebäude abgerissen werden. Wer gern einen echten Ort in der Nähe weiß, geht nach Corralejo, dem einzigen gewachsenen Ferienort von Fuerteventura. An seinem alten Hafen ist noch etwas von der Vergangenheit als Fischerort zu erahnen. Dort gibt es Fußgängerzonen, Boutiquen, Restaurants und Cafés sowie Kneipen, Bars und Discos für die Nachtschwärmer. Tipp: Der als »Flag Beach« bekannte Strand, der sich vor den beiden Hotels im Dünenschutzgebiet gen Norden erstreckt, wurde von der EU mit der »Blauen Flagge« ausgezeichnet. Er ist zum Teil mehrere hundert Meter breit, wird jeden Abend gereinigt und hat als einziger im Norden Rettungsschwimmer stationiert.
Ausflugstipp: Isla de los Lobos
Ein Tagesausflug auf die nur 468 Hektar große Insel Los Lobos gleicht einer Reise in die Vergangenheit der Kanarischen Inseln. Das Eiland ist bis auf ein paar Einwohner im urtümlichen Fischerdörfchen El Puertito unbewohnt. Neben einem herrlichen Rundblick vom Leuchtturm locken einsame Strände und unberührte Salzwiesen, ein 127 Meter hoher Berg zum Erklimmen sowie zahlreiche, bizarre Mini-Vulkankegel. Zwei Restaurants sorgen fürs leibliche Wohl. Zahlreiche Ausflugsboote fahren von Corralejo täglich zur Insel. Schnorchler und Taucher finden in der nur 30 Meter tiefen Meeresenge El Río ein echtes Traumrevier: Heiße Lavaströme haben dort eine fantastische Unterwasserlandschaft geschaffen.
Mit dem Mietwagen in die Berge
Zwischen Pájara und Tefia verläuft Fuerteventuras schönste Panoramastrecke. Angst vor engen Serpentinen darf man allerdings nicht haben. Vom Aussichtspunkt Mirador de Morro Velosa auf dem Berg Tegú (645 m), bietet sich bei klarem Wetter ein herrlicher Panoramablick. Zu Füßen liegt dem Betrachter in einer malerischen Schlucht die denkmalgeschützte, frühere Hauptstadt Betancuria mit ihren liebevoll restaurierten alten Herrenhäusern, unbedingt einen Besuch wert auf Reisen nach Fuerteventura. Genauso wie die fruchtbare Palmenoase Vega de Río Palma, wo man in der Dorfkirche die kleine Heiligenstatue der »Virgen de la Peña« bewundern kann. Eine der schönsten Inselwanderungen beginnt an einem Pfad an der Straße zwischen Pájara und Ajuy. Er führt in die malerische Felsschlucht Barranco de las Peñitas. Am Ende wartet die kleine Wallfahrtskapelle Ermita de la Peña, die verträumt an einem Felsvorsprung klebt.
Wanderung auf Königswegen
Die Caminos Reales, die »Königswege«, sind uralte Transport- und Wanderpfade in der Wildnis. Vor rund 15 Jahren begann die aus Deutschland stammende Hannelore von der Twer, die alten Wege wieder aufzuspüren. Bei einer Wanderung mit ihr wird man staunend feststellen, dass die auf den ersten Blick oft so öd und langweilig erscheinende Vulkanlandschaft voller Geheimnisse steckt. So betrachtet man vom Bergdorf Toto das 20 Millionen Jahre alte Bergmassiv im ältesten Teil der Insel mit ganz anderen Augen.
Der Süden - Von Jandía bis Costa Palma
Über den Dächern von Jandía (Foto: flickr.com ahisgett)
Auch im Südosten entdeckt man auf Reisen nach Fuerteventura einen wahren Traumstrand. Über 20 Kilometer ergießt er sich mit feinem, goldenem Sand - vom quirligen Jandía bis in den ruhigen, bei Surfern und Familien mit Kindern beliebten Ferienort Costa Calma. Namentlich in mehrere Abschnitte aufgeteilt, startet er recht schmal am Hügel von Morro Jable, wo sich an der malerischen Promenade Bars, Cafés, Eisdielen, Restaurants und Shops aneinanderreihen. Bei Jandía ist das Land dann regelrecht mit Hotels und Apartmentsblocks zugepflastert, zudem trennen die breite Küstenstraße, ein Promenadenweg und weite Salzwiesen die meisten Touristenunterkünfte vom Strand ab. Trotzdem hat Jandía seine Fans. Gen Norden wird der Strand zum Teil extrem breit, wobei er insgesamt flach und sanft ins Meer abfällt, was besonders Familien mit kleinen Kindern gefällt. Wer gut zu Fuß ist, sollte die herrliche Strecke von Jandía bis Costa Calma für eine Tages-Strandwanderung nutzen. Unterwegs bieten sich die vielen kleinen Strandlokale für Pausen an. Wer schwächelt, nimmt den nächstbesten Bus an der Küstenstraße. Tipp: Absolutes Highlight dieses Strandabschnitts ist der fünf Kilometer lange Playa de Sotavento mit zwei hohen, bis ans Meer reichenden Dünen und einer lang gestreckten Lagune. Das Badeparadies ist zugleich Hot Spot der Surfer, Boarder und Kiter.
Ausflugstipp: Der Strand von Cofete
Archaische Landschaftsbilder beeindrucken im südlichsten Teil der Halbinsel Jandía, der nur über abenteuerliche Schotterpisten zu befahren ist und fast ganz unter Naturschutz steht. Schon die Fahrt zum Strand von Cofete an der Westküste ist atemberaubend. Der Ausblick, der sich vom höchsten Punkt der halsbrecherischen Bergpiste auftut - einfach ein unvergesslichler Eindruck bei einer Reise nach Fuerteventura. Genauso wie der Spaziergang am endlos langen Sandstrand, wo sich wild und ungestüm meterhohe Wellen brechen. Reichlich Zeit mitbringen!
Informationen über Reisen nach Fuerteventura
Reisen nach Fuerteventura: Sonne, Sand und Meer und Naturparadiese wie Las Peñitas (Foto: Flickr.com, Silversyrpher)
EINREISE
EU-Bürger benötigen für die Einreise nach Fuerteventura in Spanien nur einen gültigen Personalausweis
GÜNSTIGSTER FLUG
Nach Fuerteventura fliegen praktisch alle größeren europäischen Airlines zu Preisen ab etwa 420 Euro. Ein aktuellen Preisvergleich und günstige Flüge mit Best-Price-Garantie finden Sie
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GELD
Auf Fuerteventura können Sie wie in ganz Spanien ohne wechseln zu müssen wie gewohnt mit dem Euro bezahlen.
ANREISE
Gute vier Stunden, und man landet im ewigen Frühling. Fast alle Ferienflieger bedienen das Ziel.
VERKEHRSMITTEL
Mietwagen
Am besten bucht man seinen Mietwagen vorab, für die empfehlenswerten Off-Road-Strecken nimmt man besser einen Geländewagen. Ein Kleinwagen ist von zu Hause aus günstiger zu bekommen. Einen Metapreisvergleich der großen internationalen Anbieter finden Sie
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Bus
Das Busunternehmen Tiadhe hat ein dichtes Netz mit Linien von der Hauptstadt Puerto Rosario über Corralejo bis El Cotillo oder von Puerto Rosario bis Morro Jable.
Taxi
Viele Taxen haben ein Taxameter, außerdem gibt es eine gesetzlich geregelte Tarifliste.
Fähren nach Lanzarote
Mehrmals täglich starten von Corralejo Fähren nach Lanzarote, u. a. von Naviera Armas.
AUSKÜNFTE
Turespana, Spanisches Fremdenverkehrsamt, Lietzenburger Str. 99, 10707 Berlin, Tel. 030-8826543,
www.spain.info/de
WEITERE INFORMATIONEN
Der vollständige Artikel über Fuerteventura mit vielen Tipps zur Urlaubsplanung, Preisen, Adressen, Telefonnummern, Nebenkosten und Kalkulation der Urlaubsreise ist erschienen in REISE &; PREISE 4-2009. Die Ausgabe können Sie sich für 4,90 nach Hause
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(Regina Brom, 4/2009)