Großbritannien Briten stoppen Flüge nachFlugzeugabsturz in Ägypten
Großbritannien spricht von einer Vorsichtsmaßnahme, doch die hat es in sich: Wenige Tage nach dem Absturz eines russischen Flugzeugs in Ägypten stoppen die Briten vorerst Flüge aus Sharm el Sheikh.
Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine hat Großbritannien aus Sorge vor Anschlägen den Start von Flugzeugen im ägyptischen Sharm el Sheikh gestoppt. Außerdem rät die britische Regierung von Flugreisen in die Region ab.
Nachdem es nun mehr Informationen gebe, »machen wir uns Sorgen, dass das Flugzeug durchaus durch einen Sprengkörper zum Absturz gebracht worden sein kann«, teilte die Regierung in London mit. Zunächst solle britischen Experten Zeit gegeben werden, die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort zu prüfen. »Wir betonen, dass es eine Vorsichtsmaßnahme ist«, hieß es in der Mitteilung.
Außenminister Philip Hammond warnte vor Flugreisen nach oder über Sharm el Sheikh in Ägypten. Es werde von allen Reisen an den Flughafen des Ferienorts am Roten Meer abgeraten, die nicht notwendig seien. Es würden vorerst keine Flüge von Großbritannien nach Sharm el Sheikh starten. Auch Irland lässt vorerst keine Flugzeuge mehr dorthin fliegen. Aus Deutschland wurden bisher keine Einschränkungen des Luftverkehrs bekannt.
Die Fluggesellschaften Easyjet, Thomson Airways, Thomas Cook und British Airways haben nach eigenen Angaben ihre Flüge zu dem Flughafen gestrichen oder aufgeschoben.
Niederländische Fluggesellschaften fliegen zunächst bis Sonntag (8. November) nicht mehr die ägyptische Urlaubsregion. Auch das niederländische Außenministerium riet bis auf Weiteres von Flugreisen nach Sharm el Sheikh ab.
Nach dem Start in Sharm el Sheikh war am Samstag (31. Oktober) der Airbus A321 der sibirischen Firma Kolavia über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. 224 Menschen kamen ums Leben. Die Unglücksursache war bisher unklar. Es ist das schwerste Unglück in der Geschichte der russischen Luftfahrt.
(05.11.15, dpa/tmn)