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Gewaltsame Proteste in Kairo: Jetzt haben mehrere Reiseveranstalter ihre Ausflüge in die Hauptstadt Ägyptens abgesagt.

Gewaltsame Proteste in Kairo: Jetzt haben mehrere Reiseveranstalter ihre Ausflüge in die Hauptstadt Ägyptens abgesagt.

Foto: Khaled Elfiqi

Ägypten Veranstalter sagen Kairo-Ausflüge ab

Wegen der Unruhen in Kairo haben mehrere Reiseveranstalter Ausflüge nach Kairo abgesagt. Die Touristenzentren am Roten Meer seien von den Protesten aber nicht betroffen. 

Mehrere Reiseveranstalter haben Ausflüge nach Kairo aktuell aus ihrem Programm genommen. Das sagte Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV). Geplante Fahrten würden entweder umgeroutet oder komplett abgesagt. Die Reiseveranstalter würden das davon abhängig machen, wohin die Ausflüge genau führen. Dies sei ein normales Prozedere bei Unruhen und Demonstrationen.

In Kairo eskalierten die Proteste gegen die Politik des islamistischen Präsidenten. Die Unruhen haben nach Einschätzung des DRV aber nicht die Touristenzentren erreicht. Urlauber am Roten Meer, etwa in Urlaubsorten wie Hurghada und Scharm el Scheich, seien von den gewaltsamen Protesten in der Hauptstadt nicht betroffen, sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer am Montag. Die Verunsicherung auf Seiten von Kunden, die eine Reise nach Ägypten gebucht haben, sei überschaubar.

Auswirkungen auf die Buchungszahlen beobachte der DRV nicht, sagte Schäfer: Von Stornierungen bei Ägyptenreisen habe er nichts gehört. Ähnlich wie bei den Demonstrationen während des Arabischen Frühlings beschränkten sich die politischen Auseinandersetzungen auf Großstädte wie Kairo und Alexandria und wenige andere Regionen, sagte Schäfer.

Im Stadtzentrum von Kairo sollten Touristen derzeit Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig meiden, rät das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen. Insbesondere im Umfeld des Tahrir-Platzes und der Mohamed-Mahmoud-Straße sei erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Das gelte insbesondere für die Zeit des Freitagsgebets. Zudem sollten Touristen die Medienberichterstattung vor Ort genau verfolgen.

Kreuzfahrtpassagiere müssen derzeit nicht damit rechnen, dass die Unruhen in Ägypten zum Umplanen der Reiserouten in großem Stil zwingen: Aida Cruises beispielsweise ist derzeit mit einem Kreuzfahrtschiff, der «Aidamar», im Roten Meer unterwegs. «Wir werden nach heutigem Informationsstand alle Reisen wie geplant durchführen», teilte die Reederei auf Anfrage am Montag mit - den Hafen von Alexandria läuft sie demnächst nicht an.

(27.11.2012, dpa)

REISE & PREISE sagt Ihnen, welche Rechte sie haben.

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REISERECHT Stau, Zugverspätung - Flieger weg

Da fliegt es davon - und man selbst sitzt auf seinem Koffer im Flughafen anstatt im Flugzeug. Es gibt viele Gründe, warum ein Passagier seinen Flug verpassen kann: verschlafen, Stau auf der Autobahn, S-Bahn verpasst, Zugverspätung. Nicht immer bleibt er allerdings auf seinem Schaden sitzen. REISE & PREISE sagt Ihnen, wann mit Schadensersatz zu rechnen ist.

Grundsätzlich, so Juristen, muss der Reisende bei seiner Anfahrt zum Flughafen »vorhersehbare und einzukalkulierende Risiken im täglichen Straßenverkehr« berücksichtigen. Die Regel gilt bei manchen Richtern sogar für eher nicht vorhersehbare Zwischenfälle. In einem Fall wurde ein Urlauber bei der Anfahrt zum Airport mit seinem Fahrzeug schuldlos in einen leichten Verkehrsunfall verwickelt. Doch das reichte aus, um die Maschine zu verpassen. Der Betroffene wollte vom Unfallgegner dafür Schadensersatz. Doch vor Gericht kam er damit nicht durch. Die Richter bemäkelten vor allem, der Betroffene sei »ohne jedes Zeitpolster erst so spät« losgefahren, dass er durch den Unfall in die Bredouille geriet. (AG Menden; Az.: 4 C 53/05).

Besser haben es Reisende, die ein pauschales Urlaubspaket mit Rail & Fly-Ticket der Deutschen Bahn gebucht haben. Hat der Zug auf der Fahrt zum Flughafen Verspätung und verpasst der Passagier deswegen seinen Flug, dann muss der Reiseveranstalter für den Schaden haften. Frankfurter Richter erklären: Bietet der Reiseveranstalter für die Anreise zum Flughafen Rail & Fly-Tickets an, so gehört dieser Transfer zum Reisevertrag zwischen Veranstalter und Urlauber. Erreicht der Kunde wegen einer Zugverspätung dann nicht rechtzeitig den Check-in-Schalter und bietet der Veranstalter ihm keinen »zeitnahen« Ersatzflug an, so liege ein »erheblicher Reisemangel« vor. Und dann, so

das Gesetz, können betroffene Urlauber nicht nur eine Minderung des Reisepreises fordern, sondern auch die Reise sofort kündigen, bzw. Schadensersatz oder Entschädigung für »nutzlos aufgewendete Urlaubszeit« verlangen. In diesem Fall galt das, obwohl die betroffenen Gäste sich selbst die Zugverbindung ausgesucht hatten (LG Frankfurt am Main, Az.: 2-24 S 109/09).

Auch wer den Flughafen schon erreicht hat, muss aufpassen. In der Wartelounge des Airports von Dubai schlief der Teilnehmer einer deutschen Reisegruppe ein, verpasste deshalb den Weiterflug in den Jemen und musste auf eigene Kosten mit einer späteren Maschine nachkommen. Vor Gericht hatte er noch versucht, die Verantwortung auf die Reiseleiterin abzuwälzen. Die hätte ihn wecken müssen, habe ihre »Betreuungspflicht« nicht erfüllt. Doch die Reiseleiterin hatte ihn geweckt. Der müde Passagier war direkt danach aber erneut eingeschlafen (AG München, Az.: 183 C 15864/07).

Immer wieder verpassen Passagiere ihren Flug, weil sie am Check-in zu lange warten müssen. Hier sind vor allem die Fluggesellschaften in der Pflicht, sie müssen für entstandene Schäden haften. Grundsätzlich gilt: Ein Reisender, der frühzeitig am Abfertigungsschalter erscheint, »darf darauf vertrauen, rechtzeitig abgefertigt zu werden und mitfliegen zu können« (AG München, Az.: 113 C 2852/00). Und: Solange die Abfertigung am Check-in-Schalter noch nicht abgeschlossen ist, darf eine Fluggesellschaft »die Annahme auch des verspätet am Abfertigungsschalter erschienenen Fluggastes nicht verweigern«, so Juristen. Mit anderen Worten: Wer zu spät am Flughafen erscheint, der sollte nicht gleich schwarz sehen, sondern erst mal zum Check-In-Schalter eilen. Werden dort noch andere Gäste abgefertigt, so muss auch er noch an die Reihe kommen. Ist der Schalter aber bereits geschlossen, dann hat der Passagier Pech gehabt (AG Bad Homburg, Az.: 2 C 2101/98-18). Wichtig auch: Bei langen Warteschlangen muss die Airline dafür sorgen, dass Passagiere mit nahender Abflugzeit aus der Check-in-Schlange herausgerufen und schnellstmöglich abgefertigt werden (AG Erding, Az.: 4 C 309/06).

Umgekehrt müssen Fluggäste bei Umsteigeverbindungen oder Anschlussflügen die für jeden Airport gültige »minimum connecting time« berücksichtigen. Mit Blick auf die internationale Ankunft und die Zollformalitäten hält Luftrechtler Roland Schmid zum Beispiel eine nur 50-minütige Umsteigezeit im indonesischen Flughafen Denpassar für "sehr knapp bemessen". Dort hatte ein aus Singapur kommender deutscher Passagier seinen Weiterflug auf die Ferieninsel Lombok verpasst.

(April 2010, Elias Elo)

Passagiere haben bei Verspätungen Anspruch auf Entschädigung, wenn die Airline keine Ersatzcrew stellen kann.

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Foto: R&P

Reiserecht Airline muss Ersatzcrew stellen

Eine Airline muss notfalls eine Ersatzcrew parat haben, um große Verspätungen zu vermeiden. Sorgt eine Airline nicht vor, haben Passagiere bei Verspätungen Anspruch auf eine Entschädigung. 
Der Streik macht vielen Reisenden einen Strich durch die Planung.

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Foto: R&P Archiv

Reiserecht  Diese Rechte haben Fluggäste beim Streik

Am Flughafen in Frankfurt haben die rund 200 Vorfeldmitarbeiter erneut die Arbeit niedergelegt. Der Streik könnte bis Donnerstag andauern. Betroffene Passagiere sollten jetzt ihre Rechte kennen.