
Blick von Nosy Tanekely, Nosy Be und Umgebung
Foto: Albrecht G. SchaeferMADAGASKAR Schatzinsel im Indischen Ozean
Madagaskar ist einzigartig, geheimnisvoll und mystisch. Die viertgrößte Insel der Welt bietet fantastische Naturerlebnisse und eine ungeheure kulturelle Vielfalt. Für abenteuerlustige Reisende gibt es viel zu entdecken.
Musik liegt in der Luft, ein fremdartiger Klang von Geigen, Flöten und Trommeln. Rhythmen, die mal afrikanisch, mal orientalisch anmuten und sogar an Südseemelodien erinnern. Auf der Dorfwiese haben sich Hunderte festlich gekleideter Menschen versammelt, um ausgelassen zu feiern und zu tanzen, genüsslich zu essen und zu trinken. Auf ihre Famadihana, die nur alle paar Jahre stattfindet, haben sie sich lange vorbereitet. Bei der »Totenumwendungsfeier«, dem wichtigsten Fest der Hochlandbewohner, kommt die weit verzweigte Großfamilie endlich wieder zusammen. Auch Nachbarn, neugierige Passanten und willkommene Vazaha, »weiße Fremde«, dürfen teilnehmen. Als Höhepunkt der Feierlichkeiten werden die Gebeine der Ahnen aus den Grabhäusern geholt, in neue Tücher gewickelt und durchs Dorf getragen. Man erzählt den Verstorbenen, was die Gemeinschaft in den letzten Jahren so alles erlebt hat. Die Lebenden feiern mit den Toten. Die Ahnen werden verehrt auf Madagaskar, die Traditionen hochgehalten. Man lebt nach strengen Regeln und Tabus – das Fady bestimmt das Leben des einzelnen und des Dorfes.
Madagaskar – der Name klingt nicht nur nach Fernweh und Abenteuer. Wer in Eigenregie unterwegs ist, um Land und Leute kennenzulernen, sollte Abenteuerlust, Toleranz und Organisationsgeschick mitbringen, denn die Infrastruktur in der ehemaligen französischen Kolonie hält manches Hindernis bereit. Wer kein Französisch spricht, gerät unterwegs nicht selten an seine Grenzen. Wer das von vornherein vermeiden möchte, vertraut sich am besten einem Madagaskar-Spezialisten oder einer örtlichen Agentur an. REISE & PREISE stellt Ihnen die Highlights des Landes vor, die Sie im Rahmen einer zwei- bis dreiwöchigen Reise entdecken können.
Nebenkosten und Preise in Madagaskar
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niedrig
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hoch
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| Frühstück |
€ 5,00
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Soft-Drink |
€ 0,80-1,30
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| Dinner, einfach |
€ 2,50-4
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Bier |
€ 1,20-2
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| Dinner, gehoben |
ab € 6,00
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Taxi |
€ 1,50-2/km
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MADAGASKAR
Nosy Boraha - Baden auf der einstigen Pirateninsel
Ein Tropenidyll par excellence! Türkisfarbenes Meer vor weißen Palmen- und Dünenstränden, geschützt von fischreichen Korallenriffen – zum Baden und Schnorcheln kann man sich nichts Schöneres wünschen. Das Hinterland der schmalen, 53 km langen Insel besteht aus sanften grünen Hügeln mit Regenwald, Wiesen, Obst- und Gewürzplantagen. Ste. Marie bietet viel für die Sinne – und eine spannende Geschichtskulisse. Im 18. und 19. Jh. diente die Insel Piraten und Freibeutern als Versteck. Zeugnis dieser aufregenden Epoche geben verwitterte Grabsteine auf dem Piratenfriedhof nahe dem verträumten Hauptort Ambodifotatra. Von dort blickt man auch auf Madagaskars älteste katholische Kirche aus dem Jahr 1837. Die Inselbewohner leben größtenteils von Tourismus. Besonders beliebt sind die Bucht La Crique im Nordwesten und der Südzipfel, wo nicht weit vom Flughafen das Nebeninselchen Île aux Nattes mit blendend weißem Sandstrand und meist sanfter Brandung Ferienträume wahr werden lässt.
Für Erkundungstouren auf Ste. Marie werden Mountainbikes, Motorräder, Quads und Kleinbusse vermietet, dazu gibt es herrliche Wanderwege. Beliebte Ausflugsziele sind z. B. der Leuchtturm an der Nordspitze, die Koralleninsel Îlot Madame, wo der »gute Pirat« Nathaniel North begraben liegt, Vanilleplantagen und der Naturpark Endemicamit frei lebenden Lemuren, Chamäleons und Vögeln. Wer zwischen Juli und September kommt, kann große Gruppen von Buckelwalen vor der Küste beobachten.
MADAGASKAR
Pangalanes-Kanal: Naturzauber am See im »Nest der Träume«
Aus der Zeit gefallen, vergessen, geheimnisvoll – so lässt sich der Pangalanes-Kanal beschreiben. Über 600 km lang zieht er sich von Toamasina bis Farafangana parallel zur Ozeanküste. Die Franzosen hatten einst die vielen Seen und Lagunen miteinander zu einer sicheren Wasserstraße verbinden lassen – heute ist der Kanal nur noch an wenigen Abschnitten erreich- und schiffbar. Es ist eine eigenartige Welt aus einsamen Fischerdörfern und stiller Natur dicht hinter der Meeresbrandung. Im Süden von Toamasina gibt es am großen See Rasoabe einige Resorts und Restaurants. Doch es lohnt sich, tiefer in die Pangalanes vorzudringen. Dazu lässt man sich von Toamasina mit dem Motorboot nach Ankanin’ny Nofy bringen, dem »Nest der Träume« am See Ampitabe. Die Fahrt dauert mindestens zwei Stunden. Im dunklen, moorigen Wasser spiegeln sich Schraubenbäume, hohe Farne und »Elefantenohren«, Gewächse mit riesigen Blättern. Mit Glück sieht man Papageien, die kreischend über das Wasser flattern. Perfekt in die bezaubernde Vegetation integriert sind die beiden komfortablen Unterkünfte am Nordwestufer des Lac Ampitabe. Im Reservat La Palmeraie können die Besucher Lemuren und fleischfressende Pflanzen beobachten und den herrlichen Blick über die Seenlandschaft bis zum Ozean genießen.
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Nationalpark Analamazaotra-Mantadia: Die Stars des Regenwaldes
Die Fauna Madagaskars hat’s in sich. Gut 80 Prozent der Landtiere sind endemisch. Eine besonders reiche Palette bietet der Nationalpark Analamazaotra- Mantadia im östlichen Regenwaldgebiet. Zu sehen sind u. a. Mausmakis, Baumfrösche und Chamäleons. Be - rühmtester Bewohner des Reservats ist der Indri Indri, der größte der vielen madagassischen Lemuren, der bis acht Kilo schwer und 90 Zentimeter groß wird. Sein Schrei ist schrill wie eine Sirene, die aufdreht und wieder abebbt – Tarzan hätte Mühe gehabt, ihn nachzuahmen.
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Zugabenteuer: Mit dem Dschungelexpress an den Ozean
Eine 164 km lange Strecke, für die der Zug mindestens acht Stunden braucht? Wo gibt es das denn? Zwischen Fianar(antsoa) und Manakara! Fianar liegt auf rund 1.400 m im Hochland, Manakara an der Ostküste am Meer. Die Franzosen ließen beide Städte mit einer Bahntrasse verbinden. Von 1926 bis 1936 wurden 48 Tunnels durch die Felsen getrieben, 70 Brücken über Schluchten und tosende Bergbäche gebaut. Noch immer versorgt die Bahn zahlreiche Bergdörfer – und begeistert Touristen, die an jedem der 17 Bahnhöfe von Hunderten von Menschen begrüßt werden. Kleinvieh reist in der billigen 2. Klasse mit. Ein Tagestrip im 1.-Klasse-Waggon kostet rund fünf Euro – zu viel für die meisten Einheimischen. Der Zug startet Di, Do, Sa um 7:00 Uhr von Fianar nach Manakara, in die Gegenrichtung jeweils am Folgetag um 6:45 Uhr.
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Isalo-Gebirge: Madagaskars Felsendome
Jeden Moment könnte Django hinter dem Felsen auftauchen. Die Kulisse würde stimmen: verwitterte Felstürme und -kuppeln, breite Hochtäler und enge Schluchten, dazu grüne, wasserreiche Oasen.
Bei Wanderungen im Nationalpark (Führer obligatorisch) entdeckt man Pflanzen wie die knorrigen Tapia-Bäume, uralte »Elefantenfüße« (Pachypodien) und Aloen, drollige Ringelschwanzlemuren und meisterhaft getarnte Stabschrecken. Und wird erfahren, dass das Gebirge ein großer Friedhof ist. Denn die Bara, die lokale Bevölkerungsgruppe, bestattet ihre Toten wie in alten Zeiten in Felshöhlen. In Ranohira, dem größten Ort am Nationalpark, und am Parkrand gibt es einige ansehnliche Hotels. Über madagassische Veranstalter kann man sich auch eine oder mehrere Übernachtungen mit Verpflegung auf einem der Campingplätze im Isalo organisieren lassen.
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Bucht von Ifaty: Zwischen Korallen und Dornenwald
Sanft abfallenden Strand, ein langes Riff, das die Lagune vor hohem Wellengang und Haien schützt, traditionelle Auslegersegelboote und im Hinterland einige der kuriosesten Pflanzen der Welt – all das bietet die Bucht von Ifaty. Nach einer Trekkingtour im Hochland lässt sich hier wunderbar entspannen. Man kann in der Hängematte dümpeln, Boots- und Schnorchelausflüge unternehmen, in den zahlreichen Restaurants fangfrische Leckereien aus dem Meer genießen. Ein geschützter Korallengarten gewährt tolle Einblicke in die Unterwasserwelt der Bucht, die für Taucher sehr attraktiv ist. Ein einmaliges Erlebnis ist es, mit dem Zebukarren oder auf eigenen Beinen den Dornenwald und die urigen Baobabbäume hinter dem Dorf Mangily zu erkunden. Auch Vogelfreunde kommen dort auf ihre Kosten.
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Routen: So verbinden Sie die Highlights Madagaskars
Air Madagascar fliegt von der Hauptstadt Antananarivo (Tana) einige der vorgestellten Reiseziele direkt an. Die Inlandflüge sind allerdings nicht billig. Ohnehin erlebt mehr, wer zumindest einige Fahrten über Land einplant. Alternative zum Taxi Brousse (Sammeltaxi) ist ein Wagen mit Fahrer (€ 80–100/Tag, keine zusätzlichen Übernachtungskosten für den Fahrer).
Wer unsere Route nachreisen möchte, fliegt zunächst von Tana nach Ste. Marie (€ 190 oneway). Nach ein paar relaxten Tagen auf der Insel geht’s weiter per Fähre/Bus der Firma Cap Sainte Marie nach Toamasina (insgesamt 5 Std., Kombiticket € 40 oneway, www.capsainte-marie.com). Von Toamasina lässt man sich nach Ankanin’ny Nofy im Pangalanes- Kanal bringen und wieder zurück. Nach Andasibe beim Nationalpark Analamazaotra kommt man von Toamasina per Taxi Brousse oder Zug (Personenzug 1x wöchentlich, € 3,30). Von Andasibe fährt man dann per Taxi Brousse nach Tana (4–5 Std., € 3) und weiter nach Fianar (mehrmals tägl., 360 km, 6–8 Std., € 5,50). Nach der Fahrt mit dem Dschungelexpress fährt man mit dem Taxi Brousse zurück nach Fianar (ca. 4-5 Std.). Von dort geht‘s ebenfalls per Taxi Brousse/Bus nach Ranohira (Isalo), nach dem Besuch des Isalo-Gebirges weiter bis Toliara/Ifaty und per Flugzeug zurück nach Tana (€ 190). Diese Route lässt sich auch in umgekehrter Reihenfolge realisieren, also erst Flug nach Toliara und die weiteren Etappen über Land und schließlich Flug von Ste. Marie nach Tana zurück.
Wer Zeit und Nerven sparen möchte, lässt seine Route ganz oder teilweise von lokalen Agenturen oder hiesigen Madagaskar-Spezialisten organisieren. Sehr kompetente Agenturen in Tana mit englisch- und deutschsprachigen Fahrern/Guides sind Mahery Tours (Tel. 00261-20-320235546, www.maherytoursmadagascar.com), Mora Travel (Tel. 00261- 320711511, www.moratravel.com) und Adventure & Expedition Madagaskar (Tel. 00261-20- 2236465, www.adventure-madagaskar.com).
MADAGASKAR
Informationen über Reisen nach Madagaskar
(Albrecht G. Schaefer 2/2014)