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Reisenebenkosten können den Urlaub ganz schnell teuer werden lassen

Reisenebenkosten können den Urlaub ganz schnell teuer werden lassen

Nebenkosten einer ReiseWas fällt neben Unterkunft und Anreise noch an?

Selbst im Fall eines Trips mit All-Inclusive sollten Familien und Singles die Rechnung nicht ohne Reisenebenkosten machen.

Mit der letzten Juniwoche wird es auf deutschen Autobahnen langsam wieder etwas enger. Der Grund: Es beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien. Damit steigt im Regelfall die Staugefahr. Auf einigen Strecken können sich Autofahrer sicher sein, dass zu den Anreisetagen Autos wieder Stoßstange an Stoßstange stehen werden. Und auch Fluggesellschaften richten sich wieder auf ein höheres Reiseaufkommen in Richtung Sonne ein. Kein Wunder, schließlich hat Deutschland mit dem Wirtschaftswunder seine Reiselust entdeckt. Inzwischen liegt die Zahl der Urlaubsreisen mit mehr als fünf Tagen Dauer Angaben des DRV zufolge bei mehr als 54 Millionen – Tendenz steigend. Wen das Fernweh packt, der hat als Familie kaum Chancen, den richtig dicken Reiseverkehr in den Sommermonaten zu umgehen.

Urlaubsvorbereitungen beginnen oft schon Monate vor dem Start in die Ferien – mit der Buchung von Hotel, Ferienhaus oder Pension. Den Jahresurlaub lassen sich deutsche Haushalte inzwischen den einen oder anderen Euro kosten. Schnell sind hierfür pro Person einige hundert Euro ausgegeben. Ist das Thema Reisekosten damit erledigt? Selbst im Fall eines Trips mit All-Inclusive sollten Familien und Singles die Rechnung nicht ohne Reisenebenkosten machen.

Letztere machen sich schnell mit einer mittleren dreistelligen Summe bemerkbar. Wo kann es in der Praxis an der Stelle besonders teuer werden.

Anreise mit dem Auto: Selbst fahren vs. Mietwagen

Die Reisemarktanalyse des Deutschen Reiseverbands gewährt einen recht deutlichen Einblick in das Reiseverhalten deutscher Haushalte. Mehr als 27 Prozent der Urlaubsreisen gehen ins Inland. Zusätzlich sind viele Reiselustige Richtung:

- Südfrankreich
- Polnische Ostsee
- Kroatien oder
- Adria

unterwegs. Reiseziele, die sich noch mit dem Auto erreichen lassen.

Das Thema Benzingeld

Wer sich für den Pkw zur Anreise entscheidet, muss im Hinblick auf die Reisekosten einige Punkte im Auge behalten. In den Mittelpunkt drängen sich hier natürlich die Kosten für Benzin bzw. Diesel.

Reisenebenkosten

Eine Tankfüllung ist bei Reisen an Nord- oder Ostsee schnell verfahren. Und Familien werden nicht nur am Strand liegen, sondern sicher auch die Umgebung mit dem Auto erkunden. 200 Euro bis 300 Euro sind bei den Spritkosten schnell ausgegeben. Noch teuer kann der Urlaubstrip werden, wenn mit dem Auto quer durch Europa gefahren wird.

Im Hinblick auf die Reisekasse sollte durchaus an 500 Euro für Benzin oder Diesel gedacht werden. Weniger ist bei sparsamer Fahrweise sicher auch machbar. Allerdings ist ein zu knapp kalkuliertes Budget schnell ausgereizt und sorgt für Ärger. Zudem kommt es auch immer auf das Reiseziel an: In den Niederlanden liegen die Kosten für Benzin beispielsweise deutlich höher als in Luxemburg. Wer hier genau plant und noch vor der Grenze tankt, kann eventuell Geld sparen.

Zwischenstopp und Maut

In Deutschland werden Autofahrer (noch) im Hinblick auf das Thema Autobahnmaut verwöhnt – sie fahren kostenlos. In den europäischen Nachbarländern sieht die Situation teils vollkommen anders aus. Vignetten/Maut sind unter anderem in:

- Tschechien
- Bulgarien
- Frankreich
- Italien
- Kroatien

Pflicht. An diesen Punkt sollte unbedingt gedacht werden, da Verstöße gegen die Mautvorschriften sehr teuer werden können. Überhaupt sollte sich jeder Reisende im Vorfeld sehr gründlich mit den Verkehrsregeln auf der Route auseinandersetzen. Andernfalls kann es sein, dass die Urlaubsreise vorzeitig endet. In einigen Ländern kann bei Verstößen nämlich das Auto stillgelegt oder sogar eingezogen werden. Gerade auf einer längeren Reise – etwa Richtung Balkan oder nach Italien – machen Familien häufig einen Zwischenstopp. Bei den Reisevorbereitungen und der Planung des Budgets ist auf jeden Fall daran zu denken, dass das Hotelzimmer natürlich die Reisekasse belastet.

Auch wenn heute im Alltag ständiger Begleiter, akzeptiert nicht jeder Übernachtungsbetrieb alle Methoden des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Es macht sich bezahlt, vorab entsprechende Infos einzuholen.

Gepäckträger und Dachbox: Kaufen oder mieten

Wer mit dem eigenen Auto in den Urlaub fährt, spielt vor der Abreise „Koffertetris“. Wie passt das ganze Gepäck der Familie ins Auto? Eigentlich sollte es im Lauf der Zeit, wenn der Nachwuchs heranwächst, weniger werden. Das Gegenteil ist oft der Fall. Irgendwann stellt sich die Frage: Wo kommt das Fahrrad hin?

Spezielle Fahrradträger und Dachboxen, die zusätzlichen Stauraum schaffen, sind ohne Weiteres im Handel zu haben. Aber: Eine hochwertige Dachbox mit entsprechend hohem Volumen kostet schnell 500 Euro und mehr. Solche kostspieligen Investitionen für nur einen Urlaub stemmen? Mittlerweile lassen sich Dachboxen auch mieten. Generell sollte aber auch hier mit Kosten gerechnet werden, die zwischen 50 Euro bis 150 Euro für die Ferien liegen.

Das Thema Mietwagen

Bleibt im Hinblick auf die Mobilität noch ein Punkt zu klären – der Mietwagen. Gern im Urlaubsland für Rundreisen genutzt, hat ein Mietwagen nicht nur Vorteile. Zu den Tücken gehört auf der einen Seite natürlich der Versicherungsschutz. In der Vergangenheit haben Reisende in diesem Zusammenhang immer wieder Überraschungen erlebt.

Vernachlässigt werden dürfen auch nicht die Kosten. Je nach Größe und Ausstattung kostet ein Mietwagen wenige hundert Euro für mehrere Tage, kann die Urlaubskasse aber schnell auch mit über 500 Euro belasten.

Kosten der Einreise

Reisen innerhalb der EU sind angenehm geworden: Keine Grenzkontrollen lassen das Gefühl grenzenloser Freiheit entstehen. Wer:

- in die Karibik
- nach Asien
- in die USA

will, muss mit einigen Hürden rechnen. Beispiel: Ein Visum für die USA (keine ESTA Genehmigung) kostet mehr als 130 Euro. Der Gebühr für die Ausstellung des Visums gehen Kosten für die Anfertigung des Passfotos voraus.

Ein ebenfalls sehr wichtiger und gern unterschätzter Punkt sind die Impfungen. Hierzu gehören auch für Deutschland übliche Immunisierungen – etwa gegen Tetanus. Je nach Reiseland kann es aber empfehlenswert sein, über weitere Reise-Schutzimpfungen nachzudenken. Gerade wenn eine Reise Richtung Karibik oder ans südliche Mittelmeer und Rote Meer geht, ist dieser Schutz sinnvoll. Allgemein wird oft zu einem Schutz gegen Hepatitis geraten.

Reisenebenkosten

Wie die Prophylaxe aussehen sollte, kann den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts entnommen werden. Hier finden sich auch Informationen, ob für Reisen nach Asien oder Nord- und Südafrika beispielsweise eine Chemo-Prophylaxe gegen Malaria erforderlich ist.

Reiseversicherung im Auge behalten

Es wünscht sich niemand, passieren kann es aber trotzdem. Krankheiten oder der Verlust von Gepäck sind ärgerlich und lassen die Urlaubsstimmung ins Wasser fallen. Versicherer bieten heute hierfür passende Tarife an, wie:

- Reiserücktrittsversicherung
- Reisegepäckversicherung
- Auslands-/Reisekrankenversicherung.

Letztere ist zu empfehlen, da im Ausland der Schutz gesetzlicher Krankenkassen nur sehr begrenzt greift (in der EU wird der Schutz durch EU-Verordnungen geregelt). Gerade Fernreisen können in diesem Zusammenhang problematisch werden. Wichtig ist, dass die Reisekrankenversicherung ausreichend lange gilt und nach Möglichkeit auch einen medizinisch erforderlichen Rücktransport deckt.

Dieser kann – wenn hierfür extra ein Flugzeug genutzt werden muss – sehr teuer werden. An der Reisekrankenversicherung zu sparen, erweist sich schnell als Fehler. Reiserücktrittsversicherungen stellen ihren Wert unter Beweis, wenn es um teure Individual- oder Pauschalreisen geht. Sobald der Trip mehrere tausend Euro kostet, ist deren Abschluss durchaus in Erwägung zu ziehen, da Krankheiten oder Ähnliches sehr schnell einen Strich durch die Rechnung machen können. Für Reisen im Wert nur weniger hundert Euro bzw. mit entsprechender Stornierungsoption kann auf den Abschluss durchaus verzichtet werden.

Fazit: Bei den Reisekosten nicht zu knapp kalkulieren

Pünktlich mit den Sommerferien geht die Reisezeit wieder los. Autofahrer müssen sich auf Staus einstellen und an den Check-in-Schaltern werden die Schlangen wieder etwas länger. Reisen lassen sich Haushalte inzwischen eine stolze Summe kosten. Umso wichtiger ist es, hier alle Kosten im Blick zu behalten. Es ist mitunter nicht mit der Buchung getan. In welcher Höhe Reisenebenkosten dazukommen, richtet sich nach der Art und Weise der Anreise. Speziell wer mit dem eigenen Pkw unterwegs ist, wird beim Sprit noch den einen oder anderen Euro drauflegen. Nicht zu kurz dürfen Reisenebenkosten rund um die Gesundheit kommen. Das Thema Reisekrankenversicherung wird leider immer wieder unterschätzt, kann aber die gesamte Urlaubsfreude trüben.

(12.06.2018, rp)

REISE & PREISE sagt Ihnen, welche Rechte sie haben.

REISE & PREISE sagt Ihnen, welche Rechte sie haben.

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REISERECHT Stau, Zugverspätung - Flieger weg

Da fliegt es davon - und man selbst sitzt auf seinem Koffer im Flughafen anstatt im Flugzeug. Es gibt viele Gründe, warum ein Passagier seinen Flug verpassen kann: verschlafen, Stau auf der Autobahn, S-Bahn verpasst, Zugverspätung. Nicht immer bleibt er allerdings auf seinem Schaden sitzen. REISE & PREISE sagt Ihnen, wann mit Schadensersatz zu rechnen ist.

Grundsätzlich, so Juristen, muss der Reisende bei seiner Anfahrt zum Flughafen »vorhersehbare und einzukalkulierende Risiken im täglichen Straßenverkehr« berücksichtigen. Die Regel gilt bei manchen Richtern sogar für eher nicht vorhersehbare Zwischenfälle. In einem Fall wurde ein Urlauber bei der Anfahrt zum Airport mit seinem Fahrzeug schuldlos in einen leichten Verkehrsunfall verwickelt. Doch das reichte aus, um die Maschine zu verpassen. Der Betroffene wollte vom Unfallgegner dafür Schadensersatz. Doch vor Gericht kam er damit nicht durch. Die Richter bemäkelten vor allem, der Betroffene sei »ohne jedes Zeitpolster erst so spät« losgefahren, dass er durch den Unfall in die Bredouille geriet. (AG Menden; Az.: 4 C 53/05).

Besser haben es Reisende, die ein pauschales Urlaubspaket mit Rail & Fly-Ticket der Deutschen Bahn gebucht haben. Hat der Zug auf der Fahrt zum Flughafen Verspätung und verpasst der Passagier deswegen seinen Flug, dann muss der Reiseveranstalter für den Schaden haften. Frankfurter Richter erklären: Bietet der Reiseveranstalter für die Anreise zum Flughafen Rail & Fly-Tickets an, so gehört dieser Transfer zum Reisevertrag zwischen Veranstalter und Urlauber. Erreicht der Kunde wegen einer Zugverspätung dann nicht rechtzeitig den Check-in-Schalter und bietet der Veranstalter ihm keinen »zeitnahen« Ersatzflug an, so liege ein »erheblicher Reisemangel« vor. Und dann, so

das Gesetz, können betroffene Urlauber nicht nur eine Minderung des Reisepreises fordern, sondern auch die Reise sofort kündigen, bzw. Schadensersatz oder Entschädigung für »nutzlos aufgewendete Urlaubszeit« verlangen. In diesem Fall galt das, obwohl die betroffenen Gäste sich selbst die Zugverbindung ausgesucht hatten (LG Frankfurt am Main, Az.: 2-24 S 109/09).

Auch wer den Flughafen schon erreicht hat, muss aufpassen. In der Wartelounge des Airports von Dubai schlief der Teilnehmer einer deutschen Reisegruppe ein, verpasste deshalb den Weiterflug in den Jemen und musste auf eigene Kosten mit einer späteren Maschine nachkommen. Vor Gericht hatte er noch versucht, die Verantwortung auf die Reiseleiterin abzuwälzen. Die hätte ihn wecken müssen, habe ihre »Betreuungspflicht« nicht erfüllt. Doch die Reiseleiterin hatte ihn geweckt. Der müde Passagier war direkt danach aber erneut eingeschlafen (AG München, Az.: 183 C 15864/07).

Immer wieder verpassen Passagiere ihren Flug, weil sie am Check-in zu lange warten müssen. Hier sind vor allem die Fluggesellschaften in der Pflicht, sie müssen für entstandene Schäden haften. Grundsätzlich gilt: Ein Reisender, der frühzeitig am Abfertigungsschalter erscheint, »darf darauf vertrauen, rechtzeitig abgefertigt zu werden und mitfliegen zu können« (AG München, Az.: 113 C 2852/00). Und: Solange die Abfertigung am Check-in-Schalter noch nicht abgeschlossen ist, darf eine Fluggesellschaft »die Annahme auch des verspätet am Abfertigungsschalter erschienenen Fluggastes nicht verweigern«, so Juristen. Mit anderen Worten: Wer zu spät am Flughafen erscheint, der sollte nicht gleich schwarz sehen, sondern erst mal zum Check-In-Schalter eilen. Werden dort noch andere Gäste abgefertigt, so muss auch er noch an die Reihe kommen. Ist der Schalter aber bereits geschlossen, dann hat der Passagier Pech gehabt (AG Bad Homburg, Az.: 2 C 2101/98-18). Wichtig auch: Bei langen Warteschlangen muss die Airline dafür sorgen, dass Passagiere mit nahender Abflugzeit aus der Check-in-Schlange herausgerufen und schnellstmöglich abgefertigt werden (AG Erding, Az.: 4 C 309/06).

Umgekehrt müssen Fluggäste bei Umsteigeverbindungen oder Anschlussflügen die für jeden Airport gültige »minimum connecting time« berücksichtigen. Mit Blick auf die internationale Ankunft und die Zollformalitäten hält Luftrechtler Roland Schmid zum Beispiel eine nur 50-minütige Umsteigezeit im indonesischen Flughafen Denpassar für "sehr knapp bemessen". Dort hatte ein aus Singapur kommender deutscher Passagier seinen Weiterflug auf die Ferieninsel Lombok verpasst.

(April 2010, Elias Elo)

Passagiere haben bei Verspätungen Anspruch auf Entschädigung, wenn die Airline keine Ersatzcrew stellen kann.

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Foto: R&P

Reiserecht Airline muss Ersatzcrew stellen

Eine Airline muss notfalls eine Ersatzcrew parat haben, um große Verspätungen zu vermeiden. Sorgt eine Airline nicht vor, haben Passagiere bei Verspätungen Anspruch auf eine Entschädigung. 
Der Streik macht vielen Reisenden einen Strich durch die Planung.

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Reiserecht  Diese Rechte haben Fluggäste beim Streik

Am Flughafen in Frankfurt haben die rund 200 Vorfeldmitarbeiter erneut die Arbeit niedergelegt. Der Streik könnte bis Donnerstag andauern. Betroffene Passagiere sollten jetzt ihre Rechte kennen.