fbpx
Hat das Kind Flugangst, ist Ablenkung während des Fluges wichtig. Sind die Eltern selbst entspannt, überträgt sich das auch auf das Kind

Hat das Kind Flugangst, ist Ablenkung während des Fluges wichtig. Sind die Eltern selbst entspannt, überträgt sich das auch auf das Kind

Foto: Michael Reusse / dpa

Angst im Flieger Was hilft Kindern bei Flugangst?

Mit der Familie in den Urlaub zu fliegen, kann stressig sein. Noch nervenaufreibender wird es, wenn Kinder Flugangst haben. REISE & PREISE sagt, was Eltern dagegen tun können.

Familienurlaub in Spanien – ein schöner Gedanke für viele. Ein Flug ist schnell gebucht. Doch wenn Kinder Angst vor dem Fliegen haben, kann es ganz schön stressig werden. Auch die Kleinen kann diese Angst treffen. Eltern sollten das ernst nehmen und nach der Ursache suchen.

Es gibt mehrere Ursachen für Flugangst. Zum Beispiel können Kinder die Angst eines Elternteils übernehmen. »Das kann aber auch durch Medien passieren, wenn dort gerade eine Katastrophe Thema ist«, sagt der Kinder- und Jugendpsychotherapeut Holger Simonszent aus Gauting in der Nähe von München. Kinder würden dadurch ebenfalls Ängste entwickeln.

 
Außerdem können schlechte Erfahrungen auf dem letzten Flug ein ungutes Gefühl beim Kind hinterlassen haben. Damit sind Situationen gemeint, in denen sich das Kind etwa nicht frei bewegen durfte und zum Beispiel nicht auf die Toilette gehen konnte, wann es wollte. »Dadurch wird das Fliegen zum negativen Erlebnis«, sagt Simonszent.
 
Die Angst kann aber auch das Symptom eines ganz anderen Problems sein. So ist es möglich, dass Kinder sich nicht genügend wahrgenommen fühlen - etwa von den Eltern. Mit der Angst verschaffen sie sich dann Aufmerksamkeit.
 
Die Flugangst könne nur bekämpft werden, wenn Kinder sich ihr stellen, erklärt Simonszent. Dafür müsse zunächst nach der Ursache gesucht werden. Dient die Angst nur als stellvertretendes Symptom für fehlende Bedürfnisse, sollten Eltern versuchen, das fehlende Bedürfnis zu befriedigen. Ähnliches gilt für Angst, die durch schlechte Erfahrungen entstanden ist: Gute Erfahrungsberichte von Bekannten oder Freunden können dem Kind die Angst nehmen.
 
Generell sollten Eltern versuchen, das Kind den Flug als etwas Positives erleben zu lassen. Dazu gehöre auch, in der Familie über die bevorstehende Reise zu sprechen, sagt der Pädagoge und Autor Karl Gebauer. Dann könne das Kind die Reise mitplanen und seine Bedenken äußern.
 
Außerdem kann es helfen die Situation im Flugzeug bereits im Voraus durchzuspielen. Simonszent rät, die Sitzmöglichkeiten im Flugzeug mit Stühlen nachzustellen. Eltern sollten dem Kind erklären, dass Sitzen im Flieger notwendig ist. Busfahren kann dem Kind helfen, das zu verstehen. »Die Situation mit dem Sitzenbleiben während der Fahrt ist ähnlich«, sagt Simonszent.
 
Auch Kurzstreckenflüge bieten sich zur Bekämpfung der Angst an - jedoch nur dann, wenn das Kind damit einverstanden ist. Kann die Angst nicht genommen werden, sollten Eltern sich Hilfe suchen. Simonszent rät jedoch nur bei sehr starker Flugangst zur therapeutischen Hilfe: Dabei kann dann die Vorgehensweise zur Bekämpfung der Flugangst professionell abgeklärt werden.
 
Für die Zeit am Flughafen und im Flugzeug gilt: Eltern sollten sich Zeit nehmen. Zum Beispiel können sie gemeinsam mit dem Kind, die Flugzeuge vor dem eigenen Abflug beobachten. Hektik und Stress können sich auf das Kind übertragen, wie Simonszent warnt.
 
Außerdem sollten Eltern Kinder während des Fluges auf bestimmte Situationen aufmerksam machen, damit sich Kinder darauf einstellen können. »Druckschwankungen in großer Höhe werden meist vorher vom Piloten angekündigt«, sagt Prof. Peter Middendorf vom Institut für Flugzeugbau an der Universität Stuttgart. Auch das Rauschen beim Fliegen kann erklärt werden: Die Geräusche stammen häufig von den Triebwerken.
 
Während des Fluges ist Ablenkung wichtig. Ins Handgepäck gehören daher Spiel- und Malzeug oder Bücher. »Das sind Aktivitäten, bei denen Kindern ihre Selbstwirksamkeit auf potenzielle Gefahrensituationen erleben können«, sagt Pädagoge Gebauer .Das bedeutet, dass ihre Selbstheilung durch Prozesse wie Malen gestärkt wird, weil Kreativität und Schaffungskunst gefördert werden.
 
So können die Kinder Ängste überwinden und innere Stärke entwickeln – die kann dann dabei helfen, die Angstsituation zu überwinden. Ist die Angst überwunden, kann das Kind den Flug in den Urlaub als positives Erlebnis kennenlernen. Der nächsten gemeinsamen Flugreise steht dann nichts mehr im Weg.

(19.01.2017, dpa)
 
REISE & PREISE sagt Ihnen, welche Rechte sie haben.

REISE & PREISE sagt Ihnen, welche Rechte sie haben.

Foto: ...

REISERECHT Stau, Zugverspätung - Flieger weg

Da fliegt es davon - und man selbst sitzt auf seinem Koffer im Flughafen anstatt im Flugzeug. Es gibt viele Gründe, warum ein Passagier seinen Flug verpassen kann: verschlafen, Stau auf der Autobahn, S-Bahn verpasst, Zugverspätung. Nicht immer bleibt er allerdings auf seinem Schaden sitzen. REISE & PREISE sagt Ihnen, wann mit Schadensersatz zu rechnen ist.

Grundsätzlich, so Juristen, muss der Reisende bei seiner Anfahrt zum Flughafen »vorhersehbare und einzukalkulierende Risiken im täglichen Straßenverkehr« berücksichtigen. Die Regel gilt bei manchen Richtern sogar für eher nicht vorhersehbare Zwischenfälle. In einem Fall wurde ein Urlauber bei der Anfahrt zum Airport mit seinem Fahrzeug schuldlos in einen leichten Verkehrsunfall verwickelt. Doch das reichte aus, um die Maschine zu verpassen. Der Betroffene wollte vom Unfallgegner dafür Schadensersatz. Doch vor Gericht kam er damit nicht durch. Die Richter bemäkelten vor allem, der Betroffene sei »ohne jedes Zeitpolster erst so spät« losgefahren, dass er durch den Unfall in die Bredouille geriet. (AG Menden; Az.: 4 C 53/05).

Besser haben es Reisende, die ein pauschales Urlaubspaket mit Rail & Fly-Ticket der Deutschen Bahn gebucht haben. Hat der Zug auf der Fahrt zum Flughafen Verspätung und verpasst der Passagier deswegen seinen Flug, dann muss der Reiseveranstalter für den Schaden haften. Frankfurter Richter erklären: Bietet der Reiseveranstalter für die Anreise zum Flughafen Rail & Fly-Tickets an, so gehört dieser Transfer zum Reisevertrag zwischen Veranstalter und Urlauber. Erreicht der Kunde wegen einer Zugverspätung dann nicht rechtzeitig den Check-in-Schalter und bietet der Veranstalter ihm keinen »zeitnahen« Ersatzflug an, so liege ein »erheblicher Reisemangel« vor. Und dann, so

das Gesetz, können betroffene Urlauber nicht nur eine Minderung des Reisepreises fordern, sondern auch die Reise sofort kündigen, bzw. Schadensersatz oder Entschädigung für »nutzlos aufgewendete Urlaubszeit« verlangen. In diesem Fall galt das, obwohl die betroffenen Gäste sich selbst die Zugverbindung ausgesucht hatten (LG Frankfurt am Main, Az.: 2-24 S 109/09).

Auch wer den Flughafen schon erreicht hat, muss aufpassen. In der Wartelounge des Airports von Dubai schlief der Teilnehmer einer deutschen Reisegruppe ein, verpasste deshalb den Weiterflug in den Jemen und musste auf eigene Kosten mit einer späteren Maschine nachkommen. Vor Gericht hatte er noch versucht, die Verantwortung auf die Reiseleiterin abzuwälzen. Die hätte ihn wecken müssen, habe ihre »Betreuungspflicht« nicht erfüllt. Doch die Reiseleiterin hatte ihn geweckt. Der müde Passagier war direkt danach aber erneut eingeschlafen (AG München, Az.: 183 C 15864/07).

Immer wieder verpassen Passagiere ihren Flug, weil sie am Check-in zu lange warten müssen. Hier sind vor allem die Fluggesellschaften in der Pflicht, sie müssen für entstandene Schäden haften. Grundsätzlich gilt: Ein Reisender, der frühzeitig am Abfertigungsschalter erscheint, »darf darauf vertrauen, rechtzeitig abgefertigt zu werden und mitfliegen zu können« (AG München, Az.: 113 C 2852/00). Und: Solange die Abfertigung am Check-in-Schalter noch nicht abgeschlossen ist, darf eine Fluggesellschaft »die Annahme auch des verspätet am Abfertigungsschalter erschienenen Fluggastes nicht verweigern«, so Juristen. Mit anderen Worten: Wer zu spät am Flughafen erscheint, der sollte nicht gleich schwarz sehen, sondern erst mal zum Check-In-Schalter eilen. Werden dort noch andere Gäste abgefertigt, so muss auch er noch an die Reihe kommen. Ist der Schalter aber bereits geschlossen, dann hat der Passagier Pech gehabt (AG Bad Homburg, Az.: 2 C 2101/98-18). Wichtig auch: Bei langen Warteschlangen muss die Airline dafür sorgen, dass Passagiere mit nahender Abflugzeit aus der Check-in-Schlange herausgerufen und schnellstmöglich abgefertigt werden (AG Erding, Az.: 4 C 309/06).

Umgekehrt müssen Fluggäste bei Umsteigeverbindungen oder Anschlussflügen die für jeden Airport gültige »minimum connecting time« berücksichtigen. Mit Blick auf die internationale Ankunft und die Zollformalitäten hält Luftrechtler Roland Schmid zum Beispiel eine nur 50-minütige Umsteigezeit im indonesischen Flughafen Denpassar für "sehr knapp bemessen". Dort hatte ein aus Singapur kommender deutscher Passagier seinen Weiterflug auf die Ferieninsel Lombok verpasst.

(April 2010, Elias Elo)

Passagiere haben bei Verspätungen Anspruch auf Entschädigung, wenn die Airline keine Ersatzcrew stellen kann.

Passagiere haben bei Verspätungen Anspruch auf Entschädigung, wenn die Airline keine Ersatzcrew stellen kann.

Foto: R&P

Reiserecht Airline muss Ersatzcrew stellen

Eine Airline muss notfalls eine Ersatzcrew parat haben, um große Verspätungen zu vermeiden. Sorgt eine Airline nicht vor, haben Passagiere bei Verspätungen Anspruch auf eine Entschädigung. 
Der Streik macht vielen Reisenden einen Strich durch die Planung.

Der Streik macht vielen Reisenden einen Strich durch die Planung.

Foto: R&P Archiv

Reiserecht  Diese Rechte haben Fluggäste beim Streik

Am Flughafen in Frankfurt haben die rund 200 Vorfeldmitarbeiter erneut die Arbeit niedergelegt. Der Streik könnte bis Donnerstag andauern. Betroffene Passagiere sollten jetzt ihre Rechte kennen.