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Klimaneutrales Fliegen Tücken bei Umsetzung

Berlin, 9.8.10 (tdt) – Klimaneutrales Fliegen ist in Deutschland nicht einfach. Das Angebot ist nur »schwer zu durchschauen«. Außerdem wird die CO2-Kompensation oft nicht richtig berechnet. Das zeigt eine Analyse des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), der vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Kiel zwischen Mai und Juli 403 Flugkompensationen beispielhaft berechnen ließ. Eingebunden waren elf Fluggesellschaften, acht Kompensationsagenturen und vier Reiseveranstalter.

Insgesamt gab es nur an drei Anbietern, den Kompensationsagenturen Atmosfair, Myclimate und Goclimate, nichts auszusetzen. Bei alle anderen setzte es Kritik. Die Kompensationsprogramme der Airlines etwa fielen bei den Tests allesamt glatt durch, weil sie die Emissionen nicht korrekt berechnet haben.

Fast grotesk: Fast jede zehnte Kompensation scheiterte an den Online-Rechnern der Fluggesellschaften, die Verbindungen und Airports – darunter auch große Drehkreuze wie Frankfurt am Main oder München – schlicht nicht kannten. Auffallend auch, dass die Airlines diese Programme meist nicht oder nur unzureichend in den Buchungsablauf einbinden, was auch für die Reiseveranstalter gilt.

REISERECHT Bei Ferienwohnungen-Storno ist die Anzahlung weg

Nürnberg, 10.5.10 (tdt) – Mietet ein Urlauber eine Ferienwohnung und leistet die vereinbarte Anzahlung, ist das Geld verloren, wenn er vom Mietvertrag vorzeitig zurücktritt. Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Meldorf (Aktenzeichen 81 C 204/10). Ein Mieter hatte eine Ferienwohnung für sieben Tage im Herbst 2010 zum Mietpreis von insgesamt 580 Euro gebucht, sie im November 2009 aber storniert und die Anzahlung in Höhe von 150 Euro zurück verlangt.

Auch wenn der Vermieter noch genügend Zeit gehabt hat, Ersatz finden, sei er wegen der kurzen Mitfrist dazu nicht verpflichtet, so das Gericht in Schleswig-Holstein. Das käme rechtlich nur in Betracht, wenn das Interesse des Mieters an der Auflösung eines längerfristigen Mietvertrags dasjenige des Vermieters »ganz erheblich übersteigt«. Doch davon könne bei einer so geringen Mietdauer keine Rede sein.
REISERECHT: Bei Ferienwohnungen-Storno ist die Anzahlung weg

REISERECHT Mehr Flexibilität bei Reisen

Karlsruhe, 3.5.10 (tdt) – Deutschlands oberstes Gericht hat zwei für die Reisebranche wichtige Urteile gefällt. Zum einen verbot der Bundesgerichtshof (BGH) Airlines, Kunden vorzuschreiben, ob und in welcher Reihenfolge sie ihre gebuchten Flüge nutzen. Das Urteil (Aktenzeichen Xa ZR 5/09) ermöglicht den Fluggesellschaften – geklagt hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die von Lufthansa und British Airways angewandte Praxis – aber, einen Aufpreis zu nehmen, wenn die Flugscheine anders als vorgesehen in Anspruch genommen werden.

In dem zweiten Urteil (I 23/08) – ihm ging eine Klage der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs gegen TUI voran – erklärte der BGH tagesaktuelle Preissysteme in Reisekatalogen für zulässig. Somit können sich Anbieter von Reisen künftig in ihren Katalogen für die Zeit bis zur Buchung Flughafenzuschläge oder auch Abschläge vorbehalten.
 

Reiserecht Partner kann Ansprüche mit geltend machen

Bei Ehepaaren kann ein Partner für den anderen Ansprüche an den Veranstalter geltend machen.